Harfenbau

Willkommen in der kleinen Instrumentenbau-Werkstatt

Eingerahmt zwischen den sanften Hügeln des Weserberglandes werden im kleinen Ort Marienau wohlklingende Musikinstrumente und unvergleichliche Klangobjekte gebaut.


Handwerk

Bernhard Schmidt, 2018 verstorben

An der schweren Tischlerei-Hobelbank nimmt das Holz in traditioneller Handarbeit langsam seine Gestalt an. Harfenbau ist ein wunderschönes und vielseitiges Handwerk. Besonders der künstlerisch-schöpferische Anteil vereint die Liebe zum Holz mit dem handwerklichen Gespür für das Besondere zu charakterstarken Klangschönheiten!

Nach dem Tod meines Freundes und Harfenbauers Bernhard Schmidt im September 2018, habe ich seine Harfenbauwerkstatt in meine bestehende Kunst-Tischlerei übernommen. Auf der Basis seiner Instrumente entstehen eigene Harfenmodelle sowie klangliches Zubehör. Zugleich fordert dieser Nachlass aber auch meinen Anspruch, den Harfenbau in seinem Sinne fort zu führen. Dabei fließen die begonnenen Weiterentwicklungen und Ideen mit ein.

Allerdings scheint es so, als hätte ich mir ein aussterbendes Handwerk als Berufung auserwählt – der Zahlenspiegel der Handwerkskammer offenbart mir, dass ich der Einzige eingetragene Zupfinstrumentenbauer im Weserbergland bin.


Materialien

Für den Instrumentenbau verwende ich überwiegend heimische Laubhölzer (Ahorn, Kirsche, Birne, Walnuss, Esche). Nur wenige besondere Edelhölzer oder Furniere (z.B. Vogelaugenahorn, kanadischer Nussbaum, geriegelter Zuckerahorn oder Rotzeder) kaufe ich über den örtlichen Holzhändler zu. Geschützte Arten und Holz aus Raubbau verarbeite ich grundsätzlich nicht.
Feinjähriges Fichten-Tonholz für die Klangdecken beziehe ich von einem Familienbetrieb aus den schweizer Alpen.
Die speziell laminierten Klangdecken aus hauchdünner Birke lasse ich für mich am Bodensee herstellen.
Stimmwirbel und Stegstifte werden nach meinen Vorgaben von einer Metalldreherei im Erzgebirge angefertigt.
Sämtliche Holzoberflächen sind mit natürlichen Pflanzenölen aus dem Wendland hartversiegelt (somit "speichel-echt" wie Säuglingsspielzeug und frei von Allergieauslösern!) oder basieren auf Schellack, wie er auch in der Nahrungsmitteln verwendet wird.


Saitenberechnung

Die Saitensätze der Instrumente werden durch den eigens von mir programmierten Harfen-Saitenrechner individuell erstellt und optimiert. In Kooperation mit Matthias Wagner sind sämtliche Saitensätze und einzelne Ersatzsaiten über seinen Saitenfachversand schnellstmöglich lieferbar. Es werden von mir nur Saiten verwendet, die problemlos und unabhängig vom Hersteller nachgekauft werden können.


Dokumente

Jedes Instrument wird mit einem detaillierten Zertifikat ausgeliefert, in dem die verwendeten Holzarten, Mechaniken und der Bauzeitpunkt dokumentiert sind. Ein ausführlicher Saitenplan ist selbstverständlich. Zudem trägt jedes Instrument eine eindeutige Seriennummer im Korpus-Inneren.


Qualität

Der Werkstoff Holz ist ein natürliches Produkt! Trotz aller Sorgfalt bei der Auswahl und Fertigung entwickelt sich die klangliche Ausprägung eines Instrumentes somit nicht in allen Nuancen vorhersehbar. Innerhalb der ersten 6-10 Wochen setzt sich das Spannungsgefüge, dass durch die Saiten mit mehreren 100 kg belastet wird, nach und nach durch tägliches Nachstimmen. Aus diesem Grund wird eine Harfe frühestens nach einer Einspielzeit von 2-3 Monaten mit Halbtonmechaniken bestückt und final intoniert. Erst dann kommt eine Harfe spielbereit zum Verkauf.

Instrumente werden nur persönlich übergeben – ein vorheriges Austesten ist dabei ausdrücklich erwünscht. 3 Jahre Garantie.



 

Einblicke in den handwerklichen Harfenbau