Harfe "Conny"

Conny / Isabelle / Clarsach

In Wuppertal ist mir Anfang 2010 eine reparaturbedürftige Conny zugelaufen. Konstruiert von Martin Gust und nach seinen Plänen 1996 gebaut von A.-M. Bekkaye als Modell "Isabell". Ursprünglich besaitet von c bis a''' mit Nylon- und Darmsaiten.

Die Zeder-Klangdecke ist im Laufe der Zeit durch feuchte Lagerung morsch geworden, im unteren Drittel auf beiden Seiten gebrochen und an den Leimfugen zum Klangkörper ausgerissen. Einige Wirbel fehlen, andere sind abgebrochen und die Verleimungen lösen sich überall auf. Zudem hat sich der Wirbelstock im Lager am Knie zwischen den "Stützhölzern" verdreht.

Anfang 2011 wurde die Harfe gerichtet, wieder verleimt und hat eine neue Klangdecke aus dunklem Kirschbaum bekommen. Ich hatte kurzerhand beschlossen, dass die Harfe ihr neues Leben als Metallsaitenharfe (Clarsach) - mit grossem Saitenabstand - bestreiten soll. Die "Hufeisen" verstärken die Saitenlöcher der Klangdecke, damit die dünnen Metallsaiten sich nicht in das Holz einfressen können. Die neue Besaitung besteht aus Phosphorbronze, Messing und umsponnenen Nickelsaiten. Tonumfang von F im Bass bis hoch zum d'''

Die ursprünglich von Anne-Marie verwendeten Messing-Wirbel haben sich im Laufe der Zeit in die schlecht angepassten Bohrungen gefressen. Die Löcher wurden deshalb überarbeitet und ein neuer Satz dickere Messingwirbel eingepasst.

Um Halbtonklappen anbringen zu können, mussten die Stegstifte ebenfalls ausgetauscht werden. Die Harfe ist nun mit Mechaniken von Peter Brough teilbeklappt (C, F und G - Saiten), Grundstimmung auf C-Dur.


Die Harfe wurde verkauft.


Steckbrief Conny / Isabelle
Erbauer: Martin Gust / Annemarie Bekkaye
Baujahr: 1996 / aufgearbeitet 2011
Besaitung: 27 Saiten / Phosphorbronze, Messing, Stahl umsponnen
Tonumfang: F - d''' / Grundstimmung C-Dur
Holzart, Oberfläche: Kanadischer Kirschbaum, Hartöl-Versiegelung
Klangdecke: Französischer Kirschbaum
Halbtonmechaniken: massive Bronze-Umstimmer von Peter Brough
H x B x L / Gewicht: 0,99 x 0,26 x 0,55 m / 5,2 kg
Besonderheiten:
  • Schnitzarbeiten im Wirbelstock
  • kleine Hufeisen in der Klangdecke
  • farbige Saiten-Markierungsringe